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Lungenkrebsforschung: Stoppen der Zellkommunikation kann Tumorwachstum verhindern

Der Kampf gegen die aggressivste Form von Lungenkrebs kann weitergehen: FĂŒr weitere 4 Jahre fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Juni dieses Jahr die Wissenschaftler:innen des Sonderforschungsbereiches 1399 (SFB), die neue AnsĂ€tze fĂŒr bessere Therapien gegen das kleinzellige Bronchialkarzinom entwickeln. Zu dem interdisziplinĂ€ren Konsortium gehören auch Expert:innen der Medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Duisburg-Essen (UDE). Mit ihrem Teilprojekt suchen sie neue Wege, das Tumorwachstum zu stoppen. Sie profitieren dabei von ihren jĂŒngsten Ergebnissen. Die DFG unterstĂŒtzt den 10 Partner starken SFB 1399 mit circa 11 Millionen Euro, an den Essener Standort fließen 400.000 Euro.

Die Prognose fĂŒr Betroffene ist ausgesprochen schlecht: Statistisch betrachtet leben 5 Jahre nach der Diagnose weniger als 10 Prozent der Patient:innen mit kleinzelligem Bronchialkarzinom. Je nach AusprĂ€gung ĂŒberleben nur 3 Prozent den Tumorbefall. Das Karzinom entsteht ausgerechnet in den Zellen, die Luft in die Lunge transportieren. Die bösartigen Krebszellen vermehren sich schnell und greifen umliegendes Gewebe an. Sie infiltrieren die Bronchien und können sich auch auf andere Teile der Lunge ausbreiten, wodurch die Atmung massiv beeintrĂ€chtigt werden kann. Als Hauptauslöser fĂŒr die Entstehung dieses Tumors gilt der Konsum von Tabakprodukten.

Am Forschungsstandort Essen beschĂ€ftigt man sich mit dem kleinzelligen Bronchialkarzinom bereits seit 2019, dem GrĂŒndungsjahr des SFB 1399. Ein Team um Prof. Dr. Christian Reinhardt konnte in den vergangenen Jahren beobachten, dass Tumor- und Nervenzellen in einer Art und Weise agieren können, die das Wachstum des Bronchialkarzinoms fördert.* Dank ihrer Erkenntnisse können sie nun gezielter nach neuen Wegen fĂŒr wirksamere Therapien suchen. „Wir möchten herausfinden, wie man die wachstumsfördernde Interaktion blockieren kann“, sagt Professor Reinhardt, Direktor der Klinik fĂŒr HĂ€matologie und Stammzelltransplantation am UniversitĂ€tsklinikum Essen (UK Essen). „Unsere Forschungen zum kleinzelligen Bronchialkarzinom finden international Beachtung und öffnen TĂŒren zu neuen Kooperationen, zum Beispiel mit Prof. Dr. Ugur Sahin, Krebsforscher, Immunologe und MitgrĂŒnder des Impfstoff-Herstellers BioNTech.“

Die Leitung des Forschungsverbundes hat ein Team der UniversitĂ€t zu Köln ĂŒbernommen; SFB-Sprecher ist Prof. Dr. Roman Thomas. Eine Übersicht aller beteiligten Institutionen findet sich unter http://www.sfb1399.de/about-us/partner. Unter http://www.sfb1399.de/research/research-projects wurden Details zu allen Teilprojekten des SFB 1399 „Mechanismen der Medikamenten-Empfindlichkeit und -Resistenz beim kleinzelligen Bronchialkarzinom“ veröffentlicht.

* Link zur Originalpublikation „Functional synapses between small cell lung cancer and glutamatergic neurons“: http://doi.org/10.1101/2023.01.19.524045 

 

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