LĂ€dt

Transsektorale Versorgung neu gedacht: DigiCare und das digitale Selbstmanagement fĂŒr Krebspatient:innen

Auf dem Foto befinden sich 13 Personen die an der Kick off-Veranstaltung teilgenommen haben. v.l.: Projektpartner und ProjekttrĂ€ger Peter Salathe (m.Doc), Maria Heming (HFH), Tin Trung Ly (HFH), Heinrich Recken (HFH), Jennifer Brendt-MĂŒller (UME), Prof. Dr. Michael Prilla (UniversitĂ€t DUE), Sabine Schöttner (UME), Astrid Weber (UME), Jan Gutzmann (UniversitĂ€t DUE), Yannic Söhngen (UniversitĂ€t DUE), Esra GĂŒmĂŒs (UniversitĂ€t DUE), Sebastian Eulenstein (VDI), Alexander Lemke (VDI). Nicht abgebildet: PD Dr. Mitra Tewes, Bernadette Hosters , Nelufar Ulfat-Bunyadi, (Alex Luft (alle UME) (Fotonachweis: UniversitĂ€tsklinikum Essen)
Kick off-Veranstaltung - Bildunterschrift v.l.: Projektpartner und ProjekttrĂ€ger Peter Salathe (m.Doc), Maria Heming (HFH), Tin Trung Ly (HFH), Heinrich Recken (HFH), Jennifer Brendt-MĂŒller (UME), Prof. Dr. Michael Prilla (UniversitĂ€t DUE), Sabine Schöttner (UME), Astrid Weber (UME), Jan Gutzmann (UniversitĂ€t DUE), Yannic Söhngen (UniversitĂ€t DUE), Esra GĂŒmĂŒs (UniversitĂ€t DUE), Sebastian Eulenstein (VDI), Alexander Lemke (VDI). © UniversitĂ€tsklinikum Essen

Digitales Selbstmanagement fĂŒr Krebspatient:innen vereinfachen – mit diesem Ziel ist das Verbund- und Förderprojekt DigiCare entwickelt und gestartet worden. DigiCare – eine wegweisende Kooperation zwischen dem UniversitĂ€tsklinikum Essen (ÄöR), der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, dem Studienzentrum Essen der Hamburger Fernschule und m.Doc – zielt darauf ab, transsektorale, interprofessionelle Versorgungsstrukturen durch innovative digitale Lösungen zu verbessern. Dieses dreijĂ€hrige Projekt konzentriert sich auf die BedĂŒrfnisse von onkologischen Patient:innen, um eine maßgeschneiderte, bedarfsgerechte UnterstĂŒtzung zu schaffen. Ziel ist die Entwicklung einer wegweisenden digitalen Lösung in zwei Iterationsstufen.

Im ersten Schritt wird die Versorgungssituation von Krebspatienten untersucht. Hierzu werden noch Interessenten fĂŒr eine Befragung (Fragebogen und/oder Interview) gesucht.

  • Die Befragung richtet sich an Menschen mit einer Krebserkrankung (onkologische Patienten), die sich im Laufe des Jahres 2023 in einer stationĂ€ren Behandlung befunden haben
  • Inhaltlich geht es um 2 Fragestellungen: Wie gehen die Menschen mit den Symptomen ihrer Krankheit um? Über welche Medien erkundigen sie sich, um sich ĂŒber ihre Krankheit zu informieren?
  • Die Befragung (Fragebogen und/oder Interview) startete am 1. Dezember und geht bis Ende Februar 2024.

Sie wollen teilnehmen? Bitte melden Sie sich unter projekt_digicare@hamburger-fh.de

Hintergrund: Bedeutung interprofessioneller Versorgungsstrukturen und Selbstmanagement bei onkologischen Patient:innen

Onkologische Patient:innen leiden im Verlauf ihrer Erkrankung unter multiplen Symptomen, deren unzureichende Kontrolle zu einer Verminderung der LebensqualitĂ€t, zusĂ€tzlichen Kosten, ungeplanten stationĂ€ren Aufenthalten und sogar zu Therapieverzögerungen oder -abbrĂŒchen fĂŒhren kann.

Interprofessionelle, transsektorale Versorgungsstrukturen, wie die Integration von Advanced Practice Nurses und die Palliativmedizin, können zu einer besseren Symptomkontrolle und somit einer Verbesserung der LebensqualitĂ€t fĂŒhren. Allerdings werden diese Versorgungsformen in Deutschland hĂ€ufig gar nicht oder zu spĂ€t eingebunden. Neben geeigneten Strukturen ist fĂŒr das Symptommanagement das Selbstmanagement von zentraler Bedeutung, um den Patient:innen eine aktive Rolle im Behandlungsprozess zu ermöglichen. Da sich onkologische Patient*innen meist ĂŒber Jahre in einer intersektoralen Versorgungsstruktur befinden, muss die Begleitung des Selbstmanagements ĂŒber diese Sektoren erfolgen. Neben fehlenden Konzepten sind in Deutschland die dafĂŒr nötigen IT-Infrastrukturen nicht gegeben.

Herausforderungen

Bisher entwickelte digitale Lösungen sind nicht an die vorhandenen Strukturen der Akteure angebunden und bieten somit nur eingeschrĂ€nkten Mehrwert. Ein Patientenportal mit einem individuell zugeschnittenen Behandlungspfad könnte das fehlende Scharnier im analog-digitalen Raum bilden, die Akteure ĂŒber Sektorengrenzen hinweg zusammenfĂŒhren und Patient:innen ein selbstbestimmtes Management unter fachkompetenter Anleitung ermöglichen.

Projektziele

In dem durch das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung geförderten Projekt (2023 – 2026) werden neben dem PrimĂ€rziel „Etablierung einer neuen digitalen, sektorĂŒbergreifenden, interprofessionellen Versorgungsstruktur“ die weiteren Ziele adressiert:

  • StĂ€rkung der aktiven Patienten:innenrolle im onkologischen Behandlungsprozess und eine Verbesserung der LebensqualitĂ€t durch die Förderung des Selbstmanagements sowie einer personalisierten Wissensvermittlung
  • Abbau von VersorgungslĂŒcken durch die Integration neuer pflegerischer Berufsbilder in den interprofessionellen, sektorĂŒbergreifenden Behandlungsprozess nach internationalem Vorbild
  • bedarfsorientierte Integration der Palliativmedizin in die onkologischen Behandlungsprozesse

Projektphasen

Über drei Jahre soll in zwei Iterationsstufen eine digitale Lösung entwickelt werden. In der ersten Phase liegt der Fokus auf Analyse der bestehenden Probleme. HierfĂŒr werden sowohl Erkrankte als auch pflegerisches und Ă€rztliches Personal einbezogen. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein individueller Behandlungspfad entwickelt, der den Patient:innen hilfreiche Informationen vermittelt und durch abgestimmte digitale Angebote die Symptomkontrolle ermöglicht.

Ziele und Vorstellungen der Projektpartner

Priv. Doz. Dr. med. Mitra Tewes (Ă€rztliche Leitung der Palliativmedizin des UniversitĂ€tsklinikums Essen AöR): „Die Möglichkeiten der Versorgungsstrukturen wie die Advanced Practice Nurse und Palliativmedizin sind den Betroffenen meist nicht bekannt und werden daher selten in die Behandlungsprozesse eingebunden. DigiCare bietet den Betroffenen die Möglichkeit – angepasst an die Bedarfe- eigenstĂ€ndig mit diesen Fachdisziplinen in den Austausch zu kommen und von ihnen zu profitieren“.

Prof. Dr.-Ing. Michael Prilla (Interaktive Systeme, UniversitĂ€t Duisburg-Essen): Das Projekt DigiCare erhofft sich eine optimale technische UnterstĂŒtzung fĂŒr onkologische Patient*innen im Umgang mit Ihren Symptomen zu schaffen. Um dieses Ziel zu realisieren, möchten wir die technische Lösung bestmöglich an die BedĂŒrfnisse und WĂŒnsche der Patient*innen anpassen und daher von Grund auf nicht nur fĂŒr Patient*innen, sondern vor allem mit den Patient*innen gestalten.

Maria Heming (wissenschaftliche Mitarbeiterin SZ Essen der HFH): Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung eröffnen sich bedeutende Innovationsmöglichkeiten entlang des gesamten gesundheitlichen Versorgungsablaufes. Wir haben uns mit dem Projekt DigiCare unter anderem zum Ziel gesetzt, ein transparentes Informationsangebot fĂŒr onkologische Patienten und Patientinnen zu errichten. Im Zentrum unserer BemĂŒhungen stehen die Betroffenen, deren Versorgungssituation wir gezielt optimieren möchten.

Bernadette Hosters (Pflegedirektion UniversitĂ€tsklinikum Essen AöR; Leitung Stabsstelle Entwicklung und Forschung Pflege): Das Projekt DigiCare bietet die große Chance eine innovative, neue Versorgungsstruktur zu erproben, die den Patient:innen in den Mittelpunkt rĂŒckt. DigiCare kann hierbei als Blaupause fĂŒr diverse Erkrankungen gesehen werden, die nach Abschluss des Projektes auf den Erkenntnissen und Entwicklungen aufbauen können.

 


 

Über m.Doc GmbH
m.Doc ist ein 2016 gegrĂŒndeter Digital Healthcare Pionier aus Köln, der auf Basis seiner Smart Health Platform zahlreiche digitale Lösungen fĂŒr Kliniken, Reha- und Versorgungseinrichtungen sowie Arztpraxen bereitstellt. Das Unternehmen steht im Zentrum eines starken und stetig wachsenden Partner-Netzwerks, das digitalen Innovationen den Weg in das Gesundheitssystem ebnet. m.Doc macht mit seinen, auf die BedĂŒrfnisse der Branche maßgeschneiderten Lösungen effiziente Versorgung möglich und verschafft Ärzten, PflegekrĂ€ften und medizinischem Personal damit mehr Zeit fĂŒr das Wesentliche: den Patienten.

Über UniversitĂ€tsmedizin Essen
Die Essener UniversitĂ€tsmedizin umfasst das UniversitĂ€tsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die Essener UniversitĂ€tsmedizin ist mit etwa 1.700 Betten und rund 11.000 Mitarbeitenden das fĂŒhrende Gesundheits-Kompetenzzentrum des Ruhrgebiets und seit 2015 auf dem Weg zum Smart Hospital. Mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, einem der grĂ¶ĂŸten Tumorzentren Deutschlands, dem Westdeutschen Zentrum fĂŒr Organtransplantation, einem international fĂŒhrenden Zentrum fĂŒr Transplantation, in dem unsere Spezialisten mit Leber, Niere, BauchspeicheldrĂŒse, Herz und Lunge alle lebenswichtigen Organe verpflanzen, sowie dem Westdeutschen Herz- und GefĂ€ĂŸzentrum, einem ĂŒberregionalen Zentrum der kardiovaskulĂ€ren Maximalversorgung, hat die UniversitĂ€tsmedizin Essen eine weit ĂŒber die Region reichende Bedeutung fĂŒr die Versorgung von Patientinnen und Patienten. Wesentliche Grundlage fĂŒr die klinische LeistungsfĂ€higkeit ist die Forschung an der Medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Duisburg-Essen mit ihrer Schwerpunktsetzung in Onkologie, Transplantation, Herz-GefĂ€ĂŸ-Medizin, Immunologie/Infektiologie und Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften.

Über UniversitĂ€t Duisburg-Essen, Lehrstuhl Interaktive Systeme
Die UniversitĂ€t Duisburg-Essen (UDE) ist mit ĂŒber 41000 Studierenden und ĂŒber 5000 Mitarbeitenden einer der zehn grĂ¶ĂŸten UniversitĂ€ten Deutschlands. Sie bietet ein umfangreiches FĂ€cherangebot und ist international als ForschungsuniversitĂ€t anerkannt. Der Lehrstuhl Interaktive Systeme (ISY) an der UDE arbeitet unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Michael Prilla an der UnterstĂŒtzung individuellen und kooperativen Arbeitens und Lernens in Bereichen wie Handel, Produktion, Handwerk und Gesundheitswesen. In verschiedenen Projekten im Gesundheitswesen wurden bspw. interaktive Anleitungen und Kommunikationsmöglichkeiten mit Datenbrillen und die KI-gestĂŒtzte Erzeugung fĂŒr PflegetĂ€tigkeiten sowie digitale Werkzeuge zur Kommunikation von Mitarbeitenden im Gesundheitswesen erforscht. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Gestaltung intuitiv nutzbarer und nĂŒtzlicher digitaler Werkzeuge, die sich nahtlos in die Praxis von Nutzer*innen einfĂŒgen.

Über Hamburger Fernschule
Die staatlich anerkannte und gemeinnĂŒtzige HFH · Hamburger Fern-Hochschule ist eine der grĂ¶ĂŸten privaten Hochschulen Deutschlands. Sie bietet Bachelor- und MasterstudiengĂ€nge sowie akademische Weiterbildungen in den Fachbereichen Gesundheit und Pflege, Technik sowie Wirtschaft und Recht. Das HFH-Fernstudium ermöglicht insbesondere BerufstĂ€tigen, Auszubildenden und Personen mit Familienaufgaben ein flexibles Studium und bietet zugleich persönliche Betreuung in rund 50 regionalen Studienzentren und online. Das Studienzentrum Essen ist mit ĂŒber 1200 Studierenden eins der grĂ¶ĂŸten in Deutschland. 2023 feiert der Studienbetrieb an der HFH 25-jĂ€hriges JubilĂ€um.

Pressekontakt HFH

Heinrich Recken HFH Essen Auf der Union 10 45141 Essen Tel: 0176 31974599 projekt_digicare@hamburger-fh.de

Website – URL: www.digi-care.org (im Aufbau)

WordPress Appliance - Powered by TurnKey Linux