Projekt UncovRT: Essener Team erforscht Langzeitfolgen von Hirntumor-Therapien
Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen beteiligt sich am bundesweiten Forschungsprojekt UncovRT, das die langfristigen Folgen von Strahlentherapien auf die Lebensqualität von Patient:innen untersucht. In Essen ist das Team der Klinik für Partikeltherapie am Westdeutschen Protonentherapiezentrum Essen (WPE) beteiligt und verantwortet innerhalb des Verbundprojekts den pädiatrischen Schwerpunkt.
Gefördert wird UncovRT vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs mit rund zwei Millionen Euro. Davon fließen 420.000 Euro nach Essen.
Langzeitfolgen nach Strahlentherapie: Was passiert im Gehirn?
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, welche Veränderungen nach einer Strahlentherapie im Gehirn auftreten und warum manche Patient:innen noch Jahre später unter Folgen der Behandlung leiden. Ein besseres Verständnis dieser Spätfolgen bei Hirntumoren soll dazu beitragen, Risiken künftig früher zu erkennen und Therapiefolgen langfristig zu verringern.
Protonentherapie bei Kindern: Schonend, aber nicht ohne Risiken
Das Essener Team untersucht insbesondere Kinder und Jugendliche mit Hirn- oder Schädelbasistumoren, die mit Protonentherapie behandelt wurden. Diese besonders präzise Form der Strahlentherapie schont gesundes Gewebe stärker als herkömmliche Bestrahlungsverfahren.
Dennoch können auch bei der Protonentherapie kognitive Spätfolgen auftreten, etwa Einschränkungen der Konzentrations- und Gedächtnisleistung.
„Wir möchten herausfinden, warum solche Veränderungen entstehen und welche Patient:innen ein hohes Risiko haben“, sagt Prof. Dr. Beate Timmermann, Medizinische Leiterin am Standort Essen.
Bundesweites Forschungsnetzwerk: Daten, Bildgebung und neue Therapien
Im Forschungsverbund arbeiten Teams aus Dortmund, Essen, Dresden, Hamburg und Heidelberg zusammen. Gemeinsam bauen sie eine umfassende Datenbank mit klinischen Daten, bildgebenden Verfahren und biologischen Informationen auf.
Forschung zu strahlenbedingten Hirnschäden und neuen Medikamenten
Ergänzend werden in Laborstudien die biologischen Ursachen strahlenbedingter Hirnschäden untersucht. Ziel ist es, neue Therapieansätze und Medikamente zu entwickeln, die solche Schäden künftig verhindern oder reduzieren können.
Lebensqualität nach Hirntumor verbessern: Betroffene im Fokus
Ein besonderer Fokus liegt auf der Perspektive der Betroffenen, die aktiv in das Projekt eingebunden werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur die Krebstherapie weiter verbessern, sondern vor allem die Lebensqualität von Menschen stärken, die einen Hirntumor überlebt haben.
