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Er holte Tausende Babys auf die Welt – Dr. Horst Rotthaus geht nach 55 Jahren in den Ruhestand

Ein älterer Mann mit kurzem grauem Haar, grauem Bart und runder schwarzer Brille sitzt in einem hellen Untersuchungsraum und lächelt freundlich in die Kamera. Er trägt einen weißen Arztkittel über dunkler Kleidung. An der Brust ist ein Namensschild mit der Aufschrift „Dr. Horst Rotthaus, Chefarzt“ befestigt, daneben ein Clip mit Ausweis. Sein linker Arm liegt locker auf einem medizinischen Ultraschallgerät, an dessen Bedienfeld zahlreiche Tasten und ein Monitor zu sehen sind. Am Handgelenk trägt er eine dunkle Armbanduhr. Im Hintergrund befinden sich ein Fenster mit horizontalen Jalousien, beige Vorhänge sowie weitere medizinische Geräte und ein kleiner Rollwagen. Die Atmosphäre wirkt ruhig, professionell und freundlich.
Dr. Horst Rotthaus

Nach 55 Jahren im Arztberuf beendet Dr. Horst Rotthaus, 82, sein aktives Berufsleben. Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe war zuletzt als Oberarzt am Brustzentrum der Evang. Kliniken Essen-Mitte tätig.

„Ein normales berufliches Arztleben umfasst 40 Jahre, bei mir sind es am Ende 55 Jahre geworden“, sagt Dr. Rotthaus.

Familienfreundliche Geburt und Wassergeburt in Essen eingeführt

Als Chefarzt der Frauenklinik am katholischen St. Josef Krankenhaus in Essen-Werden, einem Haus der Kliniken Essen-Süd, führte Dr. Rotthaus Mitte der 1980er-Jahre die „familienfreundliche Geburt“ in Gegenwart der Väter sowie die Wassergeburt in Essen ein.

„Wir haben es im Umfeld von damals zehn Essener Geburtskliniken immer auf die vordersten Plätze geschafft, was die Entbindungszahlen angeht“, sagt Dr. Rotthaus stolz, der in den Jahren im Kreissaal Tausende Essener Babys auf die Welt holte.

Wechsel an die Evang. Kliniken Essen-Mitte

2010 nahm Dr. Horst Rotthaus seine Tätigkeit an den Evang. Kliniken Essen-Mitte mit Gründung des Brustzentrums auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine Chefarzt-Stellung am katholischen St. Josef Krankenhaus in Essen-Werden gerade aufgegeben.

Mit Blick auf die Entwicklung in der Senologie erklärt er:
„Die Bildqualität ist bei der Mammografie um ein Vielfaches besser, wir erkennen Krebs oft schon ab zwei bis drei Millimetern Größe, extreme Verbesserungen gab es auch bei der Sonografie und dem MRT“, erklärt Dr. Rotthaus, der von 1965 bis 1971 in Köln und Essen Medizin studierte und 1978 seinen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe machte.

„Die brusterhaltene Operation, heute Therapiestandard, war Anfang der 1980er-Jahre noch nicht verbreitet – mittels der modernen plastisch-rekonstruktiven Operationstechniken erhalten betroffene Frauen hingegen ein voll zufriedenstellendes Körperbild. Vielfältige Behandlungsmethoden, u.a. Chemotherapie, Antikörper- und Immuntherapie und die Studienteilnahme, haben die Chancen, gesund zu werden oder den Krebs lange zum Stillstand zu bringen, enorm verbessert.“

Ein besonderes Detail seiner Biografie: Horst Rotthaus wurde am 10. Februar 1944 im Knappschaftskrankenhaus in Steele geboren, das heute als Evangelisches Krankenhaus Essen-Steele zu den Evang. Kliniken Essen-Mitte gehört und in dem er 2010 auch kurzfristig der letzte gynäkologische Chefarzt war.

Abschied mit Wehmut

In den vergangenen Jahren war der Mediziner in Teilzeit tätig. „Das Team hätte mich gerne weiterhin dabeigehabt, aber ich habe mich nun zum Aufhören entschieden“, so Dr. Rotthaus, „Das Herz blutet, aber der Verstand sagt, es ist richtig so.“

Prof. Dr. Sherko Kümmel, Klinikdirektor des Brustzentrums, sagt:
„Mit seinem unermüdlichen Engagement und seiner Leidenschaft für die Medizin hat Dr. Rotthaus die Frauenheilkunde in Essen mitgeprägt. Er hat hunderte Ärztinnen und Ärzte ausgebildet und hatte immer ein offenes Ohr. Wir wünschen ihm alles Gute für seinen Ruhestand und danken ihm für seine Treue und sein Engagement.“

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