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Millionenförderung für Bauchspeicheldrüsenkrebs-Forschung – Smarte Daten verbessern die Behandlung

Porträt eines lächelnden Mannes mittleren Alters mit kurzen grauen Haaren und heller Haut vor neutralem, hellgrauem Hintergrund. Er blickt direkt in die Kamera und trägt ein dunkelblaues Sakko über einer schwarzen, leicht glänzenden Steppjacke mit Reißverschluss.
Prof. Dr. Jens Siveke (c) Prof. Dr. Jens Siveke
Vier nebeneinander angeordnete mikroskopische Aufnahmen (2×2-Layout) zeigen Gewebestrukturen in fluoreszierender Färbung. Die Bilder sind dunkel hinterlegt und von intensiven Farben durchzogen: leuchtendes Rot, Grün, Blau und teils Gelb markieren unterschiedliche Zelltypen und Strukturen. Oben links sind zahlreiche kleine, rundliche bis schlauchförmige Strukturen in Rot zu sehen, eingebettet in ein dichtes Netz aus blau-grünen Punkten und faserartigen Linien. Oben rechts hebt sich eine größere, unregelmäßig geformte, rot umrandete Struktur mit dunklem Inneren deutlich ab, umgeben von vielen kleineren, ähnlich gefärbten Elementen. Unten links wirkt das Gewebe dichter und unruhiger: viele rote, längliche Zellverbände liegen zwischen braun-orangefarbenen faserigen Strukturen und grünen Signalen. Unten rechts dominieren kräftige Magenta- und Violetttöne, die ein wirbelartiges Muster bilden, durchzogen von dunklen Hohlräumen und einzelnen gelblichen Akzenten. Insgesamt vermitteln die Bilder einen wissenschaftlichen Blick auf komplexe Gewebearchitektur mit stark kontrastierenden, fluoreszierend markierten Zellbestandteilen.
Multiplex-Immunfluoreszenz-(mIF)-Bild der heterogenen Tumormikroumgebung eines menschlichen PDAC. PDAC steht für „Pancreatic Ductal Adenocarcinoma Ecosystem“ und bezeichnet das extrem komplexe und tumorfreundliche Umfeld, das einen Bauchspeicheldrüsenkrebs umgibt. / Bildrechte: Phyllis Fung-Yi Cheung und Prof. Dr. Jens Siveke
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Bauchspeicheldrüsenkrebs weist die niedrigste Überlebensrate unter allen Krebserkrankungen auf. Obwohl nur etwa vier Prozent der Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist das Pankreaskarzinom in Deutschland die vierthäufigste Todesursache bei Krebs. Die Deutsche Krebshilfe reagiert mit einer großen Forschungsallianz. Im Zuge der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom fördert sie drei Konsortien mit 33,5 Millionen Euro, darunter auch das Projekt ONCOverse, an dem Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen maßgeblich mitwirken. In das ONCOverse fließen 16,2 Millionen Euro, davon erhält das Essener Team um Prof. Dr. Jens Siveke 6,2 Millionen Euro.

Das von Essen aus geleitete Konsortium „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ entwickelt eine digitale Versorgungsplattform, die Forschung und Klinik eng verzahnt. ONCOverse sammelt Daten aus dem Behandlungsalltag: Patient:innen dokumentieren ihr Befinden. Ärzt:innen erfassen Tumoreigenschaften, Therapien und Verläufe. Das Besondere dabei: alle Daten werden interoperabel gemacht, können also gemeinsam genutzt werden. So entsteht ein umfassender Datenraum. Die Forschenden um Projektleiter Prof. Dr. Jens Siveke vom Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen und Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung möchten so klären, welche Tumor- und Patient:inneneigenschaften wichtig für Therapieentscheidungen sind und welche Therapie bei welchem Tumor am besten wirkt. Langfristig sollen Behandlungen präziser auf die individuelle Tumorsituation zugeschnitten werden. Die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kann so verbessert werden.

Muster besser erkennen

Im Kern geht es um Evidenzgenerierung, das heißt um belastbare wissenschaftliche Belege aus der realen Versorgung. Statt auf isolierte Studien setzen die Wissenschaftler:innen mit ONCOverse auf kontinuierliche Datenerhebung im Klinikalltag. Moderne Analysemethoden helfen, Muster zu erkennen und Therapiewege zu vergleichen, auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Ein besonderes Merkmal: Betroffene sind von Beginn an eingebunden. Ihre Perspektive soll sicherstellen, dass neue Versorgungsmodelle tatsächlich den Bedürfnissen der Erkrankten entsprechen.

Kooperationen

Das ONCOverse-Team bündelt die Expertise von Partner:innen aus den Universitätskliniken Dresden, Essen, Halle (Saale), Hamburg-Eppendorf, Heidelberg, Kiel/Lübeck, Köln und Tübingen sowie von der Technischen Universität München. Weiterhin bestehen Kooperationen mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg, dem Forschungszentrum Jülich, dem Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen sowie Partnern der Dutch Pancreatic Cancer Group Amsterdam, Maastricht und Leiden.

Mehr zu der Deutschen Allianz Pankreaskarzinom wird hier veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jens Siveke, ONCOverse-Projektleitung, Abteilung für Translationale Onkologie Solider Tumoren (DKTK) & Brückeninstitut für Experimentelle Tumortherapie, Universitätsklinikum Essen, jens.siveke@uk-essen.de, Tel. 0201/723-4580

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