Neuer Sonderforschungsbereich „DYNAMO“: 12,9 Millionen Euro für innovative Hautkrebsforschung an der Universität Duisburg-Essen
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft richtet den neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 1752 „DYNAMO“ ein. Wissenschaftler:innen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen sind federführend an dem Forschungsverbund beteiligt. Im Mittelpunkt steht die Erforschung des schwarzen Hautkrebses (Melanom) sowie die Weiterentwicklung bestehender Krebstherapien.
Die Förderung startet am 1. Oktober 2026. Für die erste Förderphase stellt die DFG rund 12,9 Millionen Euro über 45 Monate zur Verfügung. Die Universität Duisburg-Essen koordiniert den Forschungsverbund. Partner sind das Institut für Experimentelle Onkologie der Universität Bonn sowie das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e. V.. Damit entsteht ein interdisziplinärer Forschungsverbund für Hautkrebsforschung in Nordrhein-Westfalen mit enger Verbindung zwischen Grundlagenforschung, Technologie und klinischer Anwendung.
Im Fokus des Sonderforschungsbereichs „DYNAMO“ steht die Frage, wie Tumoren des schwarzen Hautkrebses in den ersten Wochen einer Therapie reagieren und sich anpassen. Bereits in dieser frühen Phase kann sich zeigen, ob eine Behandlung langfristig wirksam bleibt oder Therapieresistenzen entstehen. Genau diese frühen Anpassungsmechanismen von Krebszellen untersuchen die Forschenden des SFB.
„Die Bewilligung des Sonderforschungsbereichs ‚DYNAMO‘ stärkt das Forschungsprofil der Universität Duisburg-Essen und insbesondere unseren Schwerpunkt in den Biomedizinischen Wissenschaften. Zugleich verbindet der SFB technologiegetriebene Grundlagenforschung mit klinischer Nähe – eine wichtige Voraussetzung, um neue Erkenntnisse schneller in bessere Therapien zu überführen“, betont Prof. Dr. Astrid Westendorf, Prorektorin für Forschung & wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Duisburg-Essen.
„Wir möchten einen Wandel anstoßen: weg vom Reagieren, hin zum früheren Eingreifen“, sagt SFB-Sprecher und Dermato-Onkologe Prof. Dr. Alexander Roesch. „Unser neuer Sonderforschungsbereich stärkt die Krebsforschung in Nordrhein-Westfalen und trägt wesentlich dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die klinische Praxis zu überführen.“
Die Projektgruppen analysieren, welche Prozesse im Tumor unmittelbar nach Beginn einer Krebstherapie ablaufen. Ärzt:innen, Krebsforscher:innen und Immunolog:innen untersuchen dafür gemeinsam Proben von Patient:innen mit schwarzem Hautkrebs. Erfasst werden kleinste molekulare Veränderungen, die anschließend zusammengeführt und computergestützt ausgewertet werden. Grundlage dafür sind komplexe Rechenmodelle. „So entsteht ein möglichst frühes Gesamtbild, das bislang fehlte“, betont Hautkrebs-Experte Professor Roesch.
Ziel der Forschung ist es, das dynamische Anpassungsverhalten von Melanomzellen künftig besser vorhersagen und gezielt beeinflussen zu können. Dadurch sollen Therapien gegen schwarzen Hautkrebs länger wirksam bleiben und Rückfälle verhindert werden. Gleichzeitig könnten die Erkenntnisse des Sonderforschungsbereichs auch neue Ansätze für die Behandlung weiterer Krebsarten liefern.
Mit dem neuen Sonderforschungsbereich baut die Universität Duisburg-Essen ihre Rolle als bedeutender Standort für Krebsforschung, Hautkrebsforschung und biomedizinische Wissenschaften in Deutschland weiter aus. Die Verbindung aus universitärer Forschung, moderner Datenanalyse und klinischer Expertise soll dazu beitragen, neue Erkenntnisse schneller in die medizinische Versorgung von Patient:innen zu übertragen.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Alexander Roesch
Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie des Universitätsklinikums Essen
alexander.roesch@uk-essen.de
