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Autismusrisiko bei Frühgeborenen: Frühere Diagnosen und gezieltere Therapien ermöglichen

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen möchten das Autismusrisiko bei Frühgeborenen früher vorhersagen können und gezieltere Therapien möglich machen. Sie gehören zu der Arbeitsgruppe „perinatale Neurowissenschaften / Frühgeborenennachsorge“ der Klinik für Kinderheilkunde I des Universitätsklinikums Essen und sind Teil des Verbundprojektes MICRO-NEST. Gefördert wird dieses im Zuge des EU-Rahmenprogramms Horizon Europe mit 6 Millionen Euro. Davon fließen 350.000 Euro an den Forschungsstandort Essen. Das Projekt startet am 1. September 2026 und läuft fünf Jahre.

In Europa wird etwa jedes 70. Kind mit Autismus diagnostiziert – mangels wirksamer Früherkennungsindikatoren oft spät. Rund 10 Prozent aller Kinder kommen vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt und kleine Frühgeborene tragen ein mindestens dreifach erhöhtes Risiko. „Menschen mit Autismus weisen Funktionsstörungen in Gehirn, Abwehrsystem und Darm auf, doch die zugrunde liegenden Mechanismen und Zusammenhänge sind bislang nicht verstanden“, sagt Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Klinik für Kinderheilkunde I. Dort setzen sie und ihr Team an; aus Essen werden entscheidende Daten geliefert.

Die Wissenschaftler:innen bündeln Daten aus großen Kohortenstudien mit Fokus auf Autismus und Frühgeburtlichkeit. Ziel ist, ein datengestütztes Abbild zu entwickeln, das individuelle Risiken und Krankheitsverläufe bei Autismus simuliert. Mithilfe dieses digitalen Zwillings sollen frühe Prognosemarker entstehen und neue Ansatzpunkte für gezieltere Therapien. Dadurch verbessern sich die Lebensqualität und Teilhabe für Menschen mit Autismus sowie für ihre Familien.

Eine Stärke des Essener Standorts ist eine außergewöhnlich gut charakterisierte Kohorte von mehr als 1.000 sehr früh geborenen Kindern, die vor der 32. Schwangerschaftswoche und mit weniger als 1.500 Gramm Gewicht auf die Welt gekommen sind. Essen ist Teil eines internationalen Konsortiums, bestehend aus 16 Partnerinstitutionen, unter anderem aus Großbritannien, Sweden und Frankreich.

Projektpartner:innen:
Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (Koordination), Frankreich
Royal Melbourne Institute of Technology – Europe, Spanien
University Medical Center Utrecht – Utrecht University, Niederlande
Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen – Universitätsklinikum Essen, Deutschland
King’s College London, England
University of Edinburgh, Schottland
Maastricht University, Niederlande
Universität Rostock, Deutschland
University of Gothenburg, Schweden
Unapei, Frankreich
Global Foundation for the Care of Newborn Infants, Deutschland
Technische Universität Dresden, Deutschland
Genos Ltd, Kroatien
Universität Genf, Schweiz
Inserm Transfer SA, Frankreich
RMIT University, Australien

Haftungsausschluss:
Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autor:innen und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union. Weder die Europäische Union noch die fördernde Stelle können dafür haftbar gemacht werden.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ursula Felderhoff-Müser, Universitätsklinikum Essen, Direktorin der Klinik für Kinderheilkunde I, ursula.felderhoff-mueser@uk-essen.de, Tel. 0201/723-2451
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