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Warum können Hirntumoren nach einer Therapie zurückkehren?

Zwei Wissenschaftler sitzen nebeneinander und blicken in die Kamera. Beide tragen eine Brille und dunkle Oberteile; im Hintergrund stehen zahlreiche grüne Pflanzen.
Dr. Quan Shi (rechts) forscht in der Emmy Noether Arbeitsgruppe „Computational Oncology“ von Dr. Dr. Emre Kocakavuk (links). / Bildrechte Nachiyappan Venkatachalam

Aggressive Hirntumoren können zunächst auf eine Behandlung ansprechen und später trotzdem erneut wachsen. Warum einzelne Tumorzellen eine Therapie überstehen und wie sich ein Tumor beim Rückfall verändert, ist bislang nur teilweise verstanden.

Genau das untersucht Dr. Quan Shi am Universitätsklinikum Essen. Er vergleicht Tumorgewebe von der ersten Diagnose mit Gewebe, das nach einem Rückfall entnommen wurde. So möchte er Veränderungen sichtbar machen, die möglicherweise mit der Widerstandsfähigkeit des Tumors gegenüber einer Therapie zusammenhängen.

Für dieses Forschungsvorhaben erhält Dr. Shi ein Humboldt-Stipendium. Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert seinen zweijährigen Forschungsaufenthalt in Essen bis Juni 2028 mit 72.000 Euro.

Was verändert sich im Tumor nach der Behandlung?

Um besser zu verstehen, warum ein Hirntumor zurückkehrt, untersucht Dr. Shi verschiedene Ebenen des Tumorgewebes. Er analysiert Veränderungen im Erbgut, in der Aktivität der Gene und in den Eiweißen der Tumoren.

Dabei kommt auch eine vergleichsweise neue Methode zum Einsatz: Spatial Transcriptomics. Damit lässt sich untersuchen, an welchen Stellen innerhalb des Tumorgewebes bestimmte Gene aktiv sind. Forschende können dadurch molekulare Veränderungen räumlich im Tumor zuordnen.

Was kann die räumliche Untersuchung des Tumors zeigen?

Ein Tumor besteht nicht überall aus den gleichen Zellen und Strukturen. Mit der räumlichen Kartierung lässt sich genauer untersuchen, wie Tumorzellen mit ihrer Umgebung zusammenwirken.

Die Forschenden wollen auf diese Weise herausfinden, welche Bereiche eines Tumors besonders zur Therapieresistenz beitragen – also dazu, dass Tumorzellen eine Behandlung überstehen können.

Langfristig soll dieses Wissen helfen, Rückfälle besser zu verstehen und neue Ansatzpunkte für die Krebsforschung zu identifizieren.

Forschung von der Klinik bis zur Bioinformatik

Dr. Quan Shi forscht in der Emmy Noether Arbeitsgruppe „Computational Oncology“ von Dr. Dr. Emre Kocakavuk. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Kocakavuk Lab entwickeln computergestützte Verfahren, um Krebs besser zu verstehen und gezielter behandeln zu können.

Für Dr. Shi ist dabei die Zusammenarbeit verschiedener Fachgebiete besonders wichtig – von der klinischen Medizin bis zur Bioinformatik.

„Zudem kann solch ein klinisch motiviertes, risikobehaftetes Projekt große internationale Anerkennung finden“, sagt der Wissenschaftler. „Das motiviert mich besonders.“

Das Humboldt-Stipendium unterstützt internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Phase ihrer Karriere dabei, Forschungsprojekte an einer deutschen Gastinstitution umzusetzen und neue Kooperationen aufzubauen.

Weitere Informationen

Dr. Quan Shi
Emmy Noether Arbeitsgruppe „Computational Oncology“ / Kocakavuk Lab
West German Cancer Center and National Center for Tumor Diseases (NCT) West
E-Mail: quan.shi@uk-essen.de

Mehr Informationen zu Forschungsnachrichten der Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen

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