EU-weite Förderung: Mehr Blutplasma gegen COVID-19 gewinnen

Die EuropĂ€ische Union fördert mit 40 Millionen Euro die Herstellung von COVID-Rekonvaleszentenplasma (CCP). Dieses wird aus dem Blut genesener Patientinnen und Patienten gewonnen und ist ein Baustein zur BekĂ€mpfung der COVID-19 Pandemie. EU-weit sollen die KapazitĂ€ten zur Plasmaspende deutlich erweitert werden. In Nordrhein-Westfalen kooperieren die Uniklinik Köln, die UniversitĂ€tsmedizin Essen und das Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen, die fĂŒr den zum Ausbau ihrer PlasmaspendekapazitĂ€ten rund 2,1 Millionen Euro erhalten werden.Â
Das Ziel des EU-weiten Projektes: Mehr Plasmen mit SARS-CoV-2-Antikörpern zu gewinnen. Das Plasma dient der direkten Patientenversorgung â zunĂ€chst in Studien, in besonderen FĂ€llen im individuellen Heilversuch und der Herstellung von SARS-CoV-2-wirksamen Immunglobulinen im Rahmen der Kooperation mit der pharmazeutischen Industrie. Gleichzeitig soll die Infrastruktur der Blut- und Plasmaspende sowie fĂŒr kĂŒnftige Pandemien verbessert werden.
Prof. Dr. Birgit Gathof, Leiterin der Transfusionsmedizin und Blutspende der Uniklinik Köln, ist die nationale Koordinatorin fĂŒr den EU-Antrag in Deutschland, der insgesamt vier Teilprojekte mit einem Gesamtvolumen von 8,1 Millionen Euro umfasst. âMit den ĂŒber 750.000 Euro fĂŒr die Uniklinik Köln können wir zusĂ€tzliche GerĂ€te zur Plasmaspende und Verbrauchsmaterialien kaufen. Damit können wir auch die QualitĂ€t sowohl der Blutspende als auch der Plasmaspende steigernâ erklĂ€rt Prof. Gathof.
Auch in der UniversitĂ€tsmedizin Essen kann mit Hilfe der Förderung von rund 700.000 Euro in zusĂ€tzliche GerĂ€te investiert werden, die die Infrastruktur fĂŒr die Sammlung der wichtigen Plasmaspenden deutlich verbessert. Prof. Dr. Peter Horn, Direktor des Instituts fĂŒr Transfusionsmedizin der Medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Duisburg-Essen, erlĂ€utert: âRekonvaleszentenplasma, also Plasma mit SARS-CoV-2 -Antikörpern, ist auch darum von groĂer Bedeutung, weil es auch fĂŒr schwerstkranke COVID-19-Patienten im Rahmen von klinischen Studien oder sogenannten individuellen Heilversuchen eingesetzt wird.â