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Hospiz- und Palliativversorgung fĂŒr Erwachsene – Im Krankenhaus

Jeder Mensch hat das Recht auf eine – seiner Erkrankungs-/Lebenssituation und seinen WĂŒnschen entsprechende – Palliativ- und Hospizversorgung. Das gilt auch fĂŒr das Krankenhaus. FrĂŒher wurde diese Art der Behandlung gleichgesetzt mit Sterbebegleitung mit der Folge, dass sie viel zu spĂ€t und viel zu selten eingeleitet wurde. Heute erfolgt sie aber viel frĂŒher im Erkrankungsverlauf – idealerweise mit der Diagnose der Unheilbarkeit. FĂŒr viele Erkrankungen konnte sogar nachgewiesen werden, dass die frĂŒhe Integration von Palliativmedizin nicht nur die LebensqualitĂ€t verbessert, sondern unter UmstĂ€nden sogar lebensverlĂ€ngernd wirken kann.

Die Basispalliativversorgung ist Aufgabe jeder Fachabteilung. Besonders auf onkologischen Stationen hat sich die Palliativkomplexbehandlung als eine Form der qualifizierten Palliativversorgung etabliert.

Zur Sicherstellung einer spezialisierten Palliativbetreuung haben viele Kliniken einen Palliativdienst etabliert. Dieses Team kann im Bedarfsfall von den Fachabteilungen hinzugezogen werden. Es ist fĂŒr den Notfall rund um die Uhr verfĂŒgbar. In Essen haben alle Kliniken mit einer internistisch-onkologischen Fachabteilung einen solchen Dienst.

Palliativstationen sind Teil eines Krankenhauses, dass heißt, die Aufnahme erfolgt entweder mit Einweisung durch den Hausarzt bzw. die HausĂ€rztin oder den Facharzt bzw. die FachĂ€rztin, oft auch durch Verlegung von einer anderen Station oder einem anderen Krankenhaus. Aufgrund der hohen Nachfrage empfiehlt sich eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme. Ziel der Behandlung auf einer Palliativstation ist die Linderung von körperlichen und/oder psychischen Symptomen durch das palliativ qualifizierte multiprofessionelle Team. Die Betreuung der Angehörigen gehört ebenso zu den Aufgaben wie die Sicherstellung und Organisation einer angemessenen Weiterversorgung nach der Entlassung. In Essen gibt es eine Palliativstation am UniversitĂ€tsklinikum Essen und eine an den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte.

Benötigt ein erkrankter Mensch eine spezialisierte Palliativversorgung, die alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines Krankenhauses einbezieht, aber ohne stationĂ€re Aufnahme auf eine Palliativstation auskommt, kann er in einer Palliativtagesklinik behandelt werden. Dies setzt jedoch voraus, dass ihm der Hin- und RĂŒcktransport innerhalb eines Tages zugemutet werden kann. Eine solche Einrichtung gibt es an den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte. Im Unterschied zu geriatrischen oder psychiatrischen Tageskliniken kommen die Patientinnen und Patienten in der Regel nicht tĂ€glich, sondern zu vereinbarten Terminen. Viele von ihnen erhalten gleichzeitig noch andere Behandlungen in anderen Fachabteilungen oder Praxen z. B. Chemo- oder Immuntherapien. Am Westdeutschen Tumorzentrum UniversitĂ€tsklinikum Essen gibt es im Rahmen der Poliklinik eine Palliativsprechstunde/Ambulanz. Hier werden Patientinnen und Patienten wĂ€hrend und auch nach Beendigung der Tumortherapie umfassend palliativmedizinisch betreut.

Ambulante Hospizdienste bieten qualifizierte Begleitung im Krankenhaus an. Sie begleiten den Patienten oder die Patientin nach der Entlassung aus dem Krankenhaus weiter und unterstĂŒtzen auf Wunsch auch die Angehörigen in der Trauerphase. Jedes Krankenhaus hat eine Kooperationsvereinbarung mit einem Hospizdienst, einige Hospizdienste sind in den KrankenhĂ€usern angesiedelt.

Palliativversorgung sieht den Menschen als Ganzes. Eine schwere Erkrankung hat immer Auswirkungen auf die seelische Situation des Menschen. Dies kann Angst, Traurigkeit, Verzweiflung und absolute Erschöpfung auslösen. Hier helfen entsprechend ausgebildete Psychologinnen und Psychologen. Jedes Tumorzentrum muss entsprechende Fachleute vorhalten.

Aber auch der Alltag verĂ€ndert sich, Aufgaben in Familie und Beruf können nicht mehr wahrgenommen werden, Hilfen und UnterstĂŒtzung mĂŒssen beantragt werden. Deshalb gehören entsprechend qualifizierte Sozialarbeiterinnen und -arbeiter unverzichtbar zur Palliativversorgung. Jedes Krankenhaus verfĂŒgt ĂŒber einen eigenen Sozialdienst.

Wenn das Leben bedroht ist, kommen Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem, was trĂ€gt und Kraft und Hoffnung vermittelt, oder nach dem „Danach“ auf. Wie diese aussehen, hĂ€ngt vom individuellen kulturellen, ethnischen und religiösen Hintergrund ab. Hier stehen geschulte GesprĂ€chspartnerinnen und -partner im Team zur VerfĂŒgung. Traditionell sind dies zumeist christlichkonfessionsgebundene Seelsorgende. Sie vermitteln auf Wunsch gerne Seelsorgende und spirituelle Begleiterinnen und Begleiter aus anderen Religionsgemeinschaften. Oft geschieht das auch ĂŒber die ambulanten Hospizdienste.

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