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Wie beeinflussen Schilddrüsenhormone unser Immunsystem?

Eine Wissenschaftlerin in weißem Laborkittel und Schutzhandschuhen arbeitet an einer Sicherheitswerkbank. Mit einer Pipette überträgt sie Flüssigkeit in eine Laborplatte. Auf der Arbeitsfläche stehen weitere Pipetten und Laborgefäße.
Dr. Christina Wenzek an einem ihrer Arbeitsplätze im Labor / (c) Dr. Christina Wenzek
Mikroskopische Aufnahme von entzündetem Lungengewebe. Zu sehen sind violett und rosa gefärbte Gewebestrukturen mit zahlreichen dicht angeordneten Entzündungszellen rund um die Atemwege und in den angrenzenden Lungenbereichen.
Eine mikroskopische Aufnahme von entzündetem Lungengewebe einer Maus nach einer Influenza-Virus-Infektion. Die Einwanderung von Immunzellen sowie der Schaden am Gewebe wurden mittels sogenannter H&E-Färbung sichtbar gemacht. (c) Dr. Christina Wenzek
Nahaufnahme einer transparenten Laborplatte mit zwölf runden Vertiefungen. Die Vertiefungen sind mit einer violett gefärbten Zellschicht bedeckt. In mehreren Feldern sind unterschiedlich viele helle, punktförmige Bereiche sichtbar, die bei einem Plaque-Assay auf durch Viren geschädigte Zellbereiche hinweisen.
Das Bild zeigt ein Plaque Assay für Influenza-Viren: Mit Hilfe der Kristallviolett-Färbung können Löcher im Zellrasen, die durch die Vermehrung der Viren in den Zellen entstehen, sichtbar gemacht werden, um die Menge an Viren in infiziertem Gewebe zu bestimmen. (c) Dr. Christina Wenzek
Porträt einer Frau mit kurzem, hellbraunem Haar vor einem neutralen grauen Hintergrund. Sie trägt einen dunklen Blazer über einem blau gemusterten Oberteil und blickt mit leichtem Lächeln in die Kamera.
Dr. Christina Wenzek, Universitätsklinikum Essen, Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel (c) Dr. Christina Wenzek

Schilddrüsenhormone könnten eine wichtige Rolle für unsere Immunabwehr spielen. Die Essener Wissenschaftlerin Dr. Christina Wenzek untersucht, wie sich eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auf bestimmte Immunzellen auswirkt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt ihr Forschungsprojekt für drei Jahre mit rund 515.000 Euro.

Schilddrüsenhormone und Immunabwehr

Dr. Christina Wenzek ist Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und arbeitet in der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel des Universitätsklinikums Essen.

In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Schilddrüsenhormone das Immunsystem beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte T-Zellen. Diese spezialisierten Immunzellen spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheiten.

Dr. Wenzek untersucht, wie sich eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auf diese Zellen auswirkt – insbesondere bei akuten Atemwegsinfektionen. Dabei geht sie der Frage nach, ob Schilddrüsenhormone das Verhalten der Abwehrzellen beeinflussen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt für drei Jahre mit rund 515.000 Euro.

„Die Förderung meines ersten Projekts sowie der eigenen Stelle ist ein Meilenstein in meiner Karriere“, sagt Dr. Christina Wenzek. Die Gutachter:innen der DFG heben laut Mitteilung die hohe Innovationskraft des Projekts, seinen interdisziplinären Ansatz und den möglichen Nutzen neuer Erkenntnisse hervor. Zudem verweisen sie auf die Publikationsbilanz der Wissenschaftlerin.

Wie wirken Schilddrüsenhormone auf T-Zellen?

Um dieser Frage nachzugehen, untersucht Dr. Wenzek mit molekularbiologischen Methoden die Signalwege, über die Schilddrüsenhormone auf T-Zellen wirken.

Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Hormon- und Immunsystem besser zu verstehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten langfristig neue Ansätze für die Therapie und Prävention von Erkrankungen ermöglichen.

Welche Bedeutung könnte die Forschung haben?

Die Forschung könnte neue Erkenntnisse für die Behandlung von Atemwegsinfektionen und Krebserkrankungen liefern. Von besonderer Bedeutung könnten die Ergebnisse außerdem für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse sein.

Ein besseres Verständnis darüber, wie Schilddrüsenhormone direkt auf T-Zellen wirken, könnte langfristig auch dazu beitragen, Diagnostik und Behandlung zu verbessern.

Dabei handelt es sich um mögliche zukünftige Anwendungen der Forschung. Welche konkreten medizinischen Möglichkeiten sich daraus ergeben, ist Gegenstand weiterer Forschung.

Forschung über Fachgrenzen hinweg

An dem Projekt arbeiten Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Fachrichtungen und Einrichtungen zusammen. Beteiligt sind das Institut für Medizinische Mikrobiologie, das Institut für Humangenetik sowie das Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung des Universitätsklinikums Essen. Weitere Kooperationspartner kommen von der Freien Universität Berlin und dem Amsterdam UMC.

„Interdisziplinäre Forschung ist eine zentrale Voraussetzung für medizinischen Fortschritt“, sagt Dr. Christina Wenzek. „Die komplexen Zusammenhänge im menschlichen Körper lassen sich durch die enge Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen besser entschlüsseln.“

Nach Einschätzung der Wissenschaftlerin sollten Förderprogramme interdisziplinäre Forschungsprojekte deshalb noch stärker unterstützen. Dies könne auch die Entstehung von Innovationen in der Forschung fördern.

Kollaborationspartner:innen

Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. Astrid Westendorf, PD Dr. Torben Knuschke

Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. Frank Kaiser, Dr. Nina Härting

Institut für Experimentelle Immunologie und Bildgebung, Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. Daniel Engel

Institut für Tierpathologie, Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Robert Klopfleisch

Amsterdam Gastroenterology Endocrinology Metabolism, Amsterdam UMC
Prof. Anita Boelen

Weitere Informationen

Dr. Christina Wenzek
Universitätsklinikum Essen
Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel
E-Mail: christina.wenzek@uni-due.de
Telefon: 0201 723-83081

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