Medizinische Forschung verbindet Essen und Sumy – auch unter schwierigen Bedingungen
Wie kann internationale Zusammenarbeit medizinische Forschung und Ausbildung voranbringen? Ein Beispiel dafür ist die Partnerschaft zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Sumy State University in der Ukraine. Für sein langjähriges Engagement in dieser Zusammenarbeit wurde Prof. Dr. Gunther Wennemuth jetzt mit der Ehrendoktorwürde der ukrainischen Universität ausgezeichnet.
Am 19. September 2026 erhielt Prof. Dr. Gunther Wennemuth, Professor für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, offiziell die Ehrendoktorwürde der Sumy State University. Gewürdigt wurden seine Leistungen in Hochschulbildung und Wissenschaft sowie sein Engagement für die internationale Zusammenarbeit.
Hinter der persönlichen Auszeichnung steht eine Partnerschaft, die seit Jahren Forschung und medizinische Ausbildung miteinander verbindet und auch während des russischen Angriffskriegs fortgeführt wird.
Gemeinsam erforschen, wie neue Materialien auf das Immunsystem wirken
Seit rund sechs Jahren arbeitet Prof. Wennemuth mit Forschenden aus Sumy zusammen. Ein gemeinsames Forschungsfeld sind sogenannte MXene. Dabei handelt es sich um neuartige, extrem dünne Materialien. Im europäischen Forschungsprojekt MX-MAP untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem, wie diese Materialien mit dem menschlichen Immunsystem interagieren.
Das Projekt wird im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen gefördert und von der Universität Padua koordiniert. Die Zusammenarbeit zeigt, wie Forschung über Ländergrenzen hinweg dazu beitragen kann, neue Materialien und ihre möglichen medizinischen Anwendungen besser zu verstehen.
Unterstützung für die medizinische Ausbildung in Sumy
Die Partnerschaft geht über gemeinsame Forschungsprojekte hinaus. Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen stellte der Universität in Sumy unter anderem nicht mehr benötigte Kursmikroskope für die Lehre sowie ein Laser-Scanning-Mikroskop zur Verfügung. Damit können die ukrainischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Untersuchungsmethoden einsetzen, die ihnen unter den gegenwärtigen Bedingungen sonst nur schwer zugänglich wären.
Auch Studierende profitieren von der Zusammenarbeit: Ukrainische Medizinstudierende erhalten im Rahmen der von E.ON SE geförderten Summer School Anatomy in Essen Zugang zu einem Präparierkurs und moderner Ausbildungsinfrastruktur.
Die Ehrendoktorwürde würdigt damit nicht nur das persönliche Engagement von Prof. Wennemuth. Sie steht zugleich für eine wissenschaftliche Partnerschaft zwischen Essen und Sumy, die Forschung, Lehre und konkrete Unterstützung miteinander verbindet.
„Dass die beiden Kollegen aus einer Stadt wenige Kilometer hinter der Front nach Sardinien kommen, um mir die Urkunde persönlich zu überreichen, hat mich stärker berührt als die Auszeichnung selbst“, sagt Prof. Dr. Gunther Wennemuth.
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Gunther Wennemuth, Direktor des Instituts für Anatomie und Professor für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Tel. 0201/723-4380, Gunther.Wennemuth@uk-essen.de
