Wie internationale Zusammenarbeit die medizinische Forschung stärkt
Forschende aus Essen und der Ukraine arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Jetzt wird diese Kooperation weiter ausgebaut: Ab Oktober verstärkt der Pathologe Dr. Vladyslav Sikora das Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Essen.
Medizinische Forschung lebt vom Austausch von Wissen und Erfahrungen – auch über Ländergrenzen hinweg. Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen arbeitet bereits seit vielen Jahren mit der Sumy State University in der Ukraine zusammen.
Diese Zusammenarbeit wird nun weiter gestärkt. Im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative erhält Dr. Vladyslav Sikora ein Fellowship. Der erfahrene Pathologe wird ab dem 1. Oktober 2026 zunächst für zwei Jahre am Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Essen forschen.
Was ist die Philipp Schwartz-Initiative?
Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. Sie ermöglicht Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland, gefährdete Wissenschaftler aufzunehmen und ihnen die Fortsetzung ihrer Forschungsarbeit zu ermöglichen.
Die Universität Duisburg-Essen unterstützt derzeit neben Dr. Sikora drei weitere Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen über dieses Programm.
Für das Institut für Anatomie ist es bereits das zweite Philipp Schwartz-Fellowship. Im September 2022 kam auf diesem Weg Dr. Mykola Lyndin nach Essen. Heute gehört er zum wissenschaftlichen Team des Instituts.
Gemeinsam gegen Krebs forschen
Dr. Sikora wird in Essen vor allem Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Tumorforschung unterstützen. Als Pathologe untersucht er Veränderungen von Gewebe und Zellen und bringt damit wichtige Expertise für bestehende Forschungsvorhaben ein.
Gleichzeitig entstehen durch seine Mitarbeit weitere Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte zwischen Essen und Sumy.
Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen und die Sumy State University arbeiten bereits in mehreren Projekten zusammen. Dazu gehört auch das europäische Forschungsprojekt MX-MAP. Darüber hinaus richten beide Fakultäten in diesem Jahr eine von E.ON SE geförderte Summer School für Medizinstudierende aus.
„Dass wir mit Dr. Sikora einen weiteren exzellenten Kollegen aus Sumy bei uns aufnehmen können, ist für unser Institut, die Fakultät und die Sumy State University ein Gewinn – wissenschaftlich und menschlich“, sagt Prof. Dr. Gunther Wennemuth, Direktor des Instituts für Anatomie.
Dr. Sikora und Dr. Lyndin stammen aus Sumy im Nordosten der Ukraine. Die Stadt ist seit Beginn des russischen Angriffskrieges unmittelbar von Kampfhandlungen betroffen.
Internationale Zusammenarbeit ermöglicht es Forschenden, Wissen und Erfahrungen zusammenzuführen. Davon können auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinische Entwicklungen profitieren.
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