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10,3 Millionen Euro für die Lymphomforschung: Essener Wissenschaftler treiben neue Therapien gegen Lymphdrüsenkrebs voran

Drei Männer stehen nebeneinander in einem hellen Innenraum vor einer weißen Wand und blicken in die Kamera. Links steht ein Mann in einem weißen Arztkittel über Hemd und dunkler Hose; aus der Brusttasche ragen mehrere Stifte. In der Mitte steht ein Mann mit dunklem Hemd, heller Jeans, weißem Gürtel und weißen Turnschuhen. Er trägt eine Brille mit dunklem Rahmen. Rechts steht ein Mann mit hellblond-grauem Haar, hellblauem Kurzarmhemd, dunkler Hose und schwarzem Gürtel. Alle drei lächeln leicht. Der Boden besteht aus Holz, am rechten Bildrand ist ein Teil eines Bürostuhls zu erkennen. Die Aufnahme wirkt wie ein Gruppen- oder Erinnerungsfoto in einem klinischen oder wissenschaftlichen Umfeld.
Das Essener Projektteam (v. l. n. r.): Prof. Dr. Christian Reinhardt, PD Dr. Stefan Alig und Prof. Dr. Ralf Küppers / (c) Prof. Dr. Christian Reinhardt
Mikroskopische Aufnahme eines Gewebes mit überwiegend bläulich gefärbten Zellen. In der Bildmitte fällt eine größere, rundliche Zelle auf, die von einem deutlich roten Ring umgeben ist und sich dadurch klar vom umgebenden Gewebe abhebt. Links daneben sind weitere kleinere rötlich gefärbte Zellstrukturen sichtbar. Das dicht gepackte Zellgewebe bildet einen unregelmäßigen Hintergrund aus vielen kleinen, blau gefärbten Zellkernen. Die Aufnahme stammt aus einer histologischen Untersuchung und zeigt einen stark vergrößerten Ausschnitt von Gewebe unter dem Mikroskop.
Mikroskopische Aufnahme eines Gewebeschnittes eines Hodgkin-Lymphoms, mit zwei rot markierten typischen Hodgkin-Tumorzellen im Zentrum. Diese Zellen werden im Projekt von Prof. Dr. Ralf Küppers untersucht. (c) Prof. Dr. Ralf Küppers
Das Logo des Sonderforschungsbereichs 1530 / Bildrechte: SFB 1530

Die Forschung zu Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) erhält weiteren Rückenwind: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängert die Förderung des Sonderforschungsbereichs SFB 1530 „Understanding and Targeting Resistance in B-cell Lymphomas“ bis 2029. Insgesamt stehen dem Forschungsverbund 10,3 Millionen Euro zur Verfügung, davon fließen rund 740.000 Euro an die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen und die Universitätsmedizin Essen.

Damit stärkt die DFG erneut die Spitzenforschung im Bereich der Hämatologie, Onkologie und Krebsmedizin am Gesundheitsstandort Essen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Essen leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung neuer, präziser Therapien gegen verschiedene Formen von Lymphdrüsenkrebs.

Spitzenforschung aus Essen für bessere Krebsbehandlungen

Der Sonderforschungsbereich vereint führende Expertinnen und Experten aus den Universitätsstandorten Berlin, Essen, Frankfurt und Köln. Ziel ist es, die biologischen Mechanismen zu entschlüsseln, die zur Entstehung von B-Zell-Lymphomen führen, und neue Ansatzpunkte für innovative Behandlungen zu identifizieren.

B-Zellen sind ein zentraler Bestandteil des Immunsystems und schützen den Körper vor Krankheitserregern. Kommt es jedoch zu Fehlentwicklungen in diesen Zellen, können verschiedene Formen von Lymphdrüsenkrebs entstehen. Die Forschung im SFB 1530 untersucht insbesondere, warum bestimmte Lymphome besonders aggressiv verlaufen und wie Resistenzen gegen bestehende Therapien überwunden werden können.

Essener Forscher übernehmen zentrale Rollen im Forschungsverbund

Eine Schlüsselrolle übernimmt Prof. Dr. Christian Reinhardt, Direktor der Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation der Universitätsmedizin Essen. Er gehört zu den Vizesprechern des Sonderforschungsbereichs und leitet gemeinsam mit seinem Team zwei Teilprojekte. Im Fokus seiner Forschung steht das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), die häufigste aggressive Form des Lymphdrüsenkrebses.

Auch Priv.-Doz. Dr. Stefan Alig ist mit einem eigenen Forschungsprojekt beteiligt. Seine Arbeiten konzentrieren sich auf das Mantelzell-Lymphom, eine seltene, aber besonders herausfordernde Form der Erkrankung.

Ein weiteres Teilprojekt wird von Prof. Dr. Ralf Küppers vom Institut für Zellbiologie (Tumorforschung) geleitet. Sein Forschungsschwerpunkt ist das Hodgkin-Lymphom, das insbesondere bei jungen Erwachsenen häufig auftritt.

Personalisierte Medizin gegen Lymphdrüsenkrebs

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgen das Ziel, die biologischen Besonderheiten einzelner Tumoren besser zu verstehen. Langfristig sollen die Erkenntnisse dazu beitragen, personalisierte Therapien für Patientinnen und Patienten mit Lymphomen zu entwickeln und Behandlungserfolge nachhaltig zu verbessern.

„Die Fortsetzung dieses Verbundvorhabens mit ausgewiesenen Lymphomexpertinnen und -experten aus Deutschland ist nicht nur eine Auszeichnung für unsere lokale Forschung zu Blutkrebs, sondern auch ein schönes Beispiel für die erfolgreiche und lebendige Zusammenarbeit zwischen Essen und Köln auf dem Gebiet der Onkologie als gemeinsamer Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen“, erklärt Prof. Reinhardt.

Essen stärkt seine Position als führender Gesundheits- und Forschungsstandort

Die erneute Förderung des Sonderforschungsbereichs unterstreicht die Bedeutung der Universitätsmedizin Essen, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT West) für die deutsche Krebsforschung. Mit ihrer Expertise in der Onkologie, Hämatologie und translationalen Medizin leisten die Essener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag dazu, neue Therapieoptionen für Menschen mit Lymphdrüsenkrebs schneller in die klinische Anwendung zu bringen.

Mehr zum SFB 1530 „Elucidation and targeting of pathogenic mechanisms in B cell malignancies“: https://sfb1530.de

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Christian Reinhardt, Co-Sprecher des SFB 1530, Direktor der Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation des Universitätsklinikums Essen, christian.reinhardt@uk-essen.de,    Tel. 0201/723-3136

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