L├Ądt

Impfkampagne: Online-Terminvereinbarung entlastet Arztpraxen

Dr. med. Shabnam Fahimi-Weber

Arztpraxen in Deutschland im Dauerstress: Die aktuelle Covid-19-Impfkampagne bedeutet hohen Administrationsaufwand und bringt die Praxis-Mitarbeitenden an ihre Grenzen. Warum eine Online-Terminvergabe hier f├╝r Entlastung sorgen kann, erl├Ąutert Dr. med. Shabnam Fahimi-Weber in ihrem Gastbeitrag. Die HNO-├ärztin und Dozentin ist Gr├╝nderin des intelligenten Terminmanagers Dubidoc.

Gastbeitrag von Dr. med. Shabnam Fahimi-Weber

Seitdem wir als Kassen├Ąrzte im April in die Covid-19-Impfkampagne eingestiegen sind, finden tagt├Ąglich hunderttausende Impfungen in den Praxen statt. F├╝r den Kampf gegen Corona bedeutet das nat├╝rlich einen wichtigen Fortschritt. In den Praxen selbst verursacht die Situation allerdings auch viel Stress. Frust und Wut der Patienten entl├Ądt sich regelm├Ą├čig an Praxisteams, die in einer schwierigen Zeit einen guten Job machen.

Durch die Aufhebung der Impf-Priorisierung hat sich diese ohnehin schon angespannte Situation in den Praxen noch einmal zugespitzt. Einige Kolleginnen und Kollegen sind deshalb bereits aus der Impfkampagne ausgestiegen. Grund genug, die Wurzel des Problems genauer zu betrachten. Fakt ist, dass nicht das Impfen selbst den Stress verursacht, sondern die Administration rund um den Impftermin. Vor allem die vielen Anrufe und Anfragen rund um die Terminvereinbarung werden im Praxisalltag f├╝r die Mitarbeitenden oftmals zur Belastung.

In dieser Gemengelage k├Ânnen M├Âglichkeiten zur Online-Terminierung Praxisteams zur Seite stehen. Die Logik dahinter ist ebenso simpel wie effektiv: Wenn Patienten ihren Termin online buchen, m├╝ssen sich sich daf├╝r nicht telefonisch in der Arztpraxis melden. Praxisteams m├╝ssen nicht zus├Ątzlich noch die telefonischen Impfanfragen beantworten und die Leitung bleibt frei f├╝r regul├Ąre Patientenanfragen. Stattdessen reicht es aus, wenn MFA die Online-Termine mit wenigen Klicks best├Ątigen und automatisch in den Terminkalender der Praxis ├╝bertragen. Die digitale Terminvergabe ist deutlich effizienter als die telefonische Variante, die in Sonderf├Ąllen nat├╝rlich immer noch zum Einsatz kommen kann. Unter dem Strich sparen die Mitarbeitenden Zeit, die sie in andere, wichtige Aufgaben investieren k├Ânnen.

Datenschutz wichtig

Auch wenn es in Zeiten des Hochbetriebs schwerf├Ąllt, sollten Praxisinhaber deshalb die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, ihre Terminvergabe zu ├╝berdenken. Ist sie tats├Ąchlich noch zeitgem├Ą├č? In den meisten F├Ąllen ist eine Online-Terminierung sinnvoll. Der Aufwand f├╝r die Einrichtung eines solchen Systems ist minimal und alles andere als kompliziert. Bei der Auswahl sollten ├ärztinnen und ├ärzte, Praxismanager oder MFA jedoch einige wichtige Punkte beachten. Wer die Impfterminvergabe in Berlin und anderen L├Ąndern beobachtet hat, erinnert sich sicherlich noch gut an das Terminchaos. Es ist also nicht jede Plattform gleich gut geeignet. Das gilt ├╝brigens auch aus Datenschutz-Perspektive. Denn der Schutz pers├Ânlicher Daten ist nicht bei allen Plattform-Betreibern vollumf├Ąnglich gesichtert. Unklar ist au├čerdem, welche Interessen Plattform-Betreiber mit Blick auf die Daten verfolgen.

Impftermin mit Wirkstoff auf die Praxiswebsite

Meine ├ťberzeugung ist deshalb, dass die Terminvergabe in erster Linie auf die Praxis-Website geh├Ârt. Sobald die unkomplizierte Einbindung geschafft ist, k├Ânnen Terminanfragen hier automatisch bearbeitet werden. F├╝r die Impftermine ist es dabei ├╝brigens enorm hilfreich, wenn der Wirkstoff direkt bei der Terminvergabe angezeigt wird. Entscheidender Vorteil ist dabei, dass Absagen oder Fehltermine von Patienten, die ein bestimmtes Vakzin f├╝r ihre Corona-Impfung w├╝nschen, auf ein Minimum reduziert werden. Missverst├Ąndnisse und R├╝ckfragen, die am Telefon viel Zeit kosten oder f├╝r Frust sorgen, werden so vermieden. Das funktioniert ganz einfach, indem Praxisteams je nach Lieferung entsprechende Terminkontingente online freischalten.

Klare Prozesse entlasten Praxisteams

Letztlich ist die Online-Terminvereinbarung f├╝r Impftermine besser, weil sie klare Prozesse erm├Âglicht, die Praxisteams entlasten. Eine transparente Kommunikation der verf├╝gbaren Termine f├╝hrt dazu, dass telefonische R├╝ckfragen zum Terminangebot selten n├Âtig oder zumindest mit einem Verweis auf die Terminvereinbarung ├╝ber die Praxiswebsite erledigt sind.

F├╝r mich ist klar: Das Prinzip Online-Terminvereinbarung kann f├╝r Praxen im Impfstress zum Rettungsanker werden. Denn jede Terminvereinbarung, die nicht per Telefon, sondern digital erfolgt, ist eine willkommene Entlastung f├╝r jedes Praxisteam. Bei den Impfterminen ist digitale Unterst├╝tzung derzeit am dringendsten n├Âtig. Doch aus Erfahrung wei├č ich auch: Wer sich einmal an die Online-Terminvereinbarung gew├Âhnt hat, will nicht mehr zur├╝ck zum Telefon.

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