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Internationaler Vergleich von Computertomographien – CT-Strahlendosis in Europa geringer

Die Computertomographie, kurz CT, z√§hlt zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren der Medizin und hilft, lebensbedrohliche Ver√§nderungen in Organen schneller zu erkennen und Krankheiten besser zu behandeln. Die freigesetzte R√∂ntgenstrahlung kann Betroffenen allerdings auch in seltenen F√§llen schaden, indem sie die Entstehung von Krebs beg√ľnstigen kann. Eine entscheidende Rolle spielt die Strahlendosis, der ein Mensch bei der Untersuchung ausgesetzt ist. Ein Team der Medizinischen Fakult√§t der Universit√§t Duisburg-Essen (UDE) hat mit Forschenden der University of California San Francisco (UCSF) 3,7 Millionen Computertomographien von Erwachsenen analysiert und gro√üe Unterschiede zwischen den USA und Europa festgestellt. Ihre sogenannte Dosisstudie wurde jetzt im Fachmagazin European Radiology publiziert.*¬†

Die Forschungsteams haben sich in ihrer Studie auf 10 Krankheitsbilder konzentriert, sogenannte CT-Indikationen, bei denen eine Computertomographie gemacht wird und die gemäß einer Studie der European Society of Radiology (ESR)** häufig vorkommen. Sie fanden heraus, dass die an den europäischen Instituten verwendete Strahlendosis bei 9 von 10 CT-Indikationen niedriger war als an Instituten in den USA. 

Ein Grund k√∂nnten die etablierten europ√§ischen Standards f√ľr CT-Indikationen sein und ein gr√∂√üeres Bewusstsein f√ľr die Notwendigkeit von Dosis-Optimierungen. Die Unterschiede bei Patient:innen oder Ger√§ten sind hingegen weniger relevant f√ľr die Dosisunterschiede. Die Autor:innen gehen davon aus, dass die Differenzen auf individuelle Entscheidungen der Institute hinsichtlich der verwendeten technischen Parameter zur√ľckzuf√ľhren sind. Das alles deutet darauf hin, dass eine Optimierung der Strahlendosen auf einen gemeinsamen Standard m√∂glich ist.¬†

‚ÄěDie von uns vorgestellten diagnostischen Referenzwerte und mittleren Strahlendosen verdeutlichen potenziell unn√∂tige Unterschiede‚Äú, sagt Dr. Denise Bos vom Institut f√ľr Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universit√§tsklinikums Essen. Alle Einrichtungen, die Computertomographien durchf√ľhren, k√∂nnen die jeweils eingesetzte R√∂ntgenstrahlung nun mit diesen Referenzwerten vergleichen und optimieren.¬†

Die analysierten CT-Datens√§tze stammen aus dem internationalen Dosisregister, welches von Prof. Rebecca Smith-Bindman von der UCSF aufgebaut wurde. Dort stehen circa 10 Millionen anonymisierte Datens√§tze von mehr als 160 radiologischen Instituten und Kliniken aus 7 L√§ndern zur Verf√ľgung. Die Wissenschaftler:innen aus Essen und San Francisco verglichen CT-Daten aus den USA mit denen aus Deutschland, der Schweiz, Gro√übritannien und den Niederlanden.¬†

Dank Dosisstudien kann festgestellt werden, welcher Strahlenbelastung Patient:innen durch Computertomographien tats√§chlich ausgesetzt waren und welche Schwankungen es zwischen den Patient:innen, den verschiedenen Ger√§ten, Institutionen und L√§ndern gibt. ‚ÄěErgebnisse solch internationaler Dosisstudien sollen letztlich dazu f√ľhren, dass die Strahlenbelastung f√ľr die Untersuchten verringert wird und dabei eine gute Bildqualit√§t gew√§hrleistet ist‚Äú, fasst Dr. Bos zusammen.¬†

* Link zur Originalpublikation: https://doi.org/10.1007/s00330-021-08266-1
Diagnostic reference levels and median doses for common clinical indications of CT: findings from an international registry


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Details zur European Study on Clinical Diagnostic Reference Levels for X-ray Medical Imaging (EUCLID):
https://www.myesr.org/article/3339
, http://www.eurosafeimaging.org/euclid

 

Fachliche Ansprechpartnerin
Dr. Denise Bos
Institut f√ľr Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, UK Essen¬†
E-Mail: denise.bos@uk-essen.de 
Telefon: +49 (0) 201-723-1501

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