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KI-Technik gegen Verschwendung von Blutkonserven

Täglich werden allein in Deutschland 15.000 Blutkonserven benötigt. Und täglich werden rund 800 Blutkonserven entsorgt, weil sie nicht rechtzeitig verbraucht werden – denn auch Blut hat ein Verfallsdatum.

Um die Verschwendung von Blut zu verhindern hat die Universitätsmedizin Essen und die Fachhochschule Dortmund das „AutoPiLoT“-Projekt ins Leben gerufen. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) soll eine Voraussage getroffen werden, wie viele Blutkonserven in der Klinik gebraucht werden.

„Daten und KI können helfen die Bedarfe in den Kliniken besser zu prognostizieren, Blutspenden gezielter nachzufragen und Spender und Patient passgenauer zusammenzubringen“, erläutert Prof. Dr. Britta Bröckmann, die das auf 2 ½ Jahre angelegte Projekt am Lehrstuhl medizinische Informatik der FH Dortmund betreut.

Zudem haben die Wissenschaftler eine Blutspende-App entwickelt die sich aktuell in der Testphase befindet und an das „AutoPiLoT“-System gekoppelt ist. „Wir wollen gezielt dort Spender motivieren, wo die Bedarfe sein werden und gezielt nach den Bluteigenschaften fragen, die gebraucht werden“, erklärt Böckmann. Denn je besser die gelieferten Blutspenden zur Nachfrage passen, desto mehr kann die Verschwendung von Blutkonserven verhindert werden.

 

Funktionen der Blutspende-App im Überblick

Funktionen für Spender

  • Spenden tracken
    • Mit oder ohne Angabe von Vitalparametern (Blutdruck, Puls, Hb-Wert)
    • Möglichkeit zum Aufstieg von Stufen und sammeln von Badges
  • Berechnung des nächstmöglichen Spendentermins anhand des Geschlechts und letzter Spende
  • Spenden-Check
  • Informationen zur Spende und Kontaktmöglichkeiten der Blutspendezentrale
  • Informationen zum aktuellen Spendenstand und Spendenziel nach Blutgruppe
  • Einsicht aktueller Aktionen in der Blutspendezentrale
  • Benachrichtigungen bei neuen Aktionen, geringem Blutstand der eigenen Blutgruppe und nächstmöglichem Spendentermin
  • Vereinbarung eines Blutspendetermins

Funktionen für Blutspendezentrale

  • Erstellung, Löschung und Bearbeitung von aktuellen Aktionen
  • Bearbeitung des aktuellen Spendenziels

Wofür steht „AutoPiLoT“?

„AutoPiLoT“ steht für Automatisierte leitlinienkonforme Patientenindividuelle Blutproduktezuordnung und smartes Logistikmanagement in der Transfusionsmedizin und ist eine vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Kooperation des Uniklinikum Essen und der Fachhochschule Dortmund. Das Projekt ist bis September 2022 bewilligt. Die Fördersumme des Bundes beträgt 1,8 Millionen Euro. Ziel des Projekts ist unter medizinischen, ethischen und ökonomischen Gesichtspunkten ein effizienter Umgang mit Blutspendeprodukten.

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