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ERGEBNISSE DER IST-ANALYSE ZUR PALLIATIV- UND HOSPIZVERSORGUNG IN ESSEN

© AdobeStock/HNFOTO

Der Umgang mit schweren Erkrankungen, dem Sterben und dem Tod f√§llt zumeist schwer. Eine Diagnose zu akzeptieren, die verbleibende Zeit mit der Familie und Freunden zu gestalten und zu leben, ist ein wichtiger Schl√ľssel in der Hospiz- und Palliativmedizin. Seit vielen Jahren engagiert sich das Essener Gesundheitsnetzwerk mit allen beteiligten Partnern zugunsten einer gesicherten Palliativ- und Hospizversorgung.

In 2015 wurde dies zus√§tzlich durch den Essener Beitritt in die ‚ÄěCharta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland‚Äú deutlich mit der damit eingegangenen Verpflichtung eine bestm√∂gliche Versorgung bis zum Lebensende zu generieren. Hierbei galt es die vorhandenen Strukturen und Angebote fortzuf√ľhren und eine stetige Vernetzung zu f√∂rdern.

Verbunden mit diesem konstanten Vernetzungsgedanken ist auch der Fachbeirat ‚ÄěEssener Palliativ- und Hospiznetzwerk‚Äú des Vereins Essen.Gesund.Vernetzt. – Medizinische Gesellschaft e.V. entstanden, dessen Mitglieder aus dem gesamten Netzwerk heraus agieren und verschiedene Themenschwerpunkte belegen. So lag es 2021 auf der Hand wissenschaftliche Querschnittsaspekte hinzuzunehmen und zu diesem Zweck eine Kooperation mit dem Lehrstuhl f√ľr Medizinmanagement der Universit√§t Duisburg-Essen einzugehen.

Im Rahmen dieser Kooperation, haben sich Studierende in einem Masterseminar mit den Versorgungsstrukturen im Bereich Palliativ- und Hospizversorgung in Essen auseinandergesetzt.

ERGEBNISSE

Anhand strukturierter Internetrecherchen und Experteninterviews zeigt die erhobene Ist-Analyse, dass die Stadt Essen innerhalb des Gesundheitssektors bereits gut vernetzt ist und insbesondere die stationären und ambulanten Hospize hiervon profitieren.

Durch das Miteinander der einzelnen Akteure ist eine bedarfsgerechte, ad√§quate und zielgerichtete hospizliche Versorgung und Begleitung m√∂glich. Im Bereich der Palliativ- und Hospizversorgung spielt das ehrenamtliche Engagement der B√ľrgerinnen und B√ľrger eine wichtige Rolle. Ohne sie w√§re die jetzige Versorgung in Essen nicht m√∂glich.

Statistische Daten zeigen, dass in Essen jährlich etwa 9.000 Menschen und davon
mehr als die H√§lfte im Krankenhaus versterben. Die Mehrheit der Menschen hat den Wunsch, im h√§uslichen Umfeld zu sterben. Dies ist jedoch nur f√ľr etwa 18 % m√∂glich. Hier hat das √∂ffentliche Interesse in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Der demografische Wandel bedingt, dass die Qualit√§tsanforderungen im medizinisch-pflegerischen Bereich zunehmend steigen und eine Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen immer schwieriger wird. Verbesserungs- und Optimierungsbedarfe zeigen sich unter anderem im Personalbereich, in der Kooperation, in der √Ėffentlichkeitsarbeit und in der Vernetzung innerhalb des Gesundheitssystems.

Erfahrungen in der Hospizarbeit zeigen, dass Menschen nicht gerne √ľber hospizliche Kontexte sprechen. Betroffene melden sich erst, wenn sie bereits den Bedarf haben.

Allgemeine Datenerhebungen zeigen, dass die ambulante Hospizarbeit im Bereich Ehrenamt und die stationäre Hospizarbeit im Bereich der Pflege unterversorgt sind.

Die Unterfinanzierung und der Mangel an Pflegekr√§ften sind f√ľhrende Probleme. Der Wunsch nach weitergehender Vernetzung und Kooperationen im gesamten Gesundheitssektor sowie eine erh√∂hte Beteiligung der niedergelassenen Haus- und Fach√§rzte wird hierbei deutlich. Als Positivum wird festgestellt, dass junge √Ąrztinnen und √Ąrzte eine zunehmende Beteiligungsbereitschaft aufweisen.

Die Corona-Pandemie hat die ohnehin bekannten Defizite nochmals deutlich werden lassen und gerade im Kontext der Thematik der Diversit√§t Versorgungsl√ľcken aufgezeigt. Betroffen sind hiervon insbesondere Menschen mit einem Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderung und Menschen mit fehlender Anbindung an das Gesundheitssystem.

Festzuhalten ist, dass die vielseitigen Angebote des Palliativ- und Hospiznetzwerkes der Stadt Essen intensiver in der √Ėffentlichkeit bekannt gemacht werden m√ľssen, damit diese bei Bedarf rechtzeitig genutzt werden k√∂nnen.

FAZIT

Die in 2021 ins Leben gerufene Kooperation des Fachbeirats ‚ÄěEssener Palliativ- und Hospiznetzwerk‚Äú des Vereins Essen.Gesund.Vernetzt. – Medizinische Gesellschaft e.V. mit dem Lehrstuhl f√ľr Medizinmanagement der Universit√§t Duisburg-Essen erm√∂glicht es auch im weiteren Miteinander Querschnittsaspekte zu beleuchten, Notwendigkeiten aufzuzeigen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Dem Aspekt einer verbesserten √Ėffentlichkeit hat der Fachbeirat bereits
entsprochen. Zum Anlass seines Fachtages am 06.11.2021 wurden eine digitale
Infobrosch√ľre ‚ÄěEin sicheres Netz ‚Äď Essener Palliativ- und Hospizwegweiser‚Äú und der ‚ÄěMarkt der M√∂glichkeiten‚Äú ver√∂ffentlicht.

In Essen hat sich der Fachbeirat ‚ÄěEssener Palliativ- und Hospiznetzwerk‚Äú zur Aufgabe gemacht, die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen sukzessive umzusetzen. Damit einhergehend sind weitere Umsetzungsschritte in Planung.

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