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Keine kleinen Erwachsenen – Neu an der UDE/am UK Essen: Prof. Dr. Michael Berger

Prof. Dr. Michael Berger Fotonachweis: LMU MĂŒnchen

Tumore zerstören, Organe transplantieren, Wundwasser absaugen: Auch kranke Kinder mĂŒssen das teils durchleben. Allerdings unterscheidet sich ihre Therapie stark von der Erwachsener. Michael Berger, neuer Professor fĂŒr Kinderchirurgie an der Medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Duisburg-Essen (UDE), möchte die Versorgung der Kleinen optimieren und ihre Zeit im Krankenhaus minimieren. Am UniversitĂ€tsklinikum Essen (UK Essen) entwickelt er unter anderem Behandlungen mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI), die Komplikationen schneller entdeckt.

Die UniversitĂ€tsmedizin Essen (UME) gewinnt mit Michael Berger als neuem Professor und Leiter der Kinderchirurgie einen Experten fĂŒr Leber-, Tumor- und Fehlbildungschirurgie bei Kindern. Viele seiner Eingriffe fĂŒhrt der gebĂŒrtige Essener mit der sogenannten SchlĂŒssellochmethode durch, die sehr schonend ist und nur minimal Narben zurĂŒcklĂ€sst. Er behandelt damit besonders Kinder mit schweren Fehlbildungen der inneren Organe sowie bösartigen Tumorerkrankungen. „Diese Operationen sind im jungen Alter glĂŒcklicherweise eher selten notwendig. Sie unterscheiden sich aber ganz charakteristisch von denen bei Erwachsenen“, sagt der 42-JĂ€hrige.

Bergers erstes Projekt in der UME dreht sich um intelligente Drainage- und Katheter-Systeme. Was sie so klug macht? „Wir programmieren sie mit Algorithmen, die Drainage- und KatheterflĂŒssigkeiten von Patient:innen analysieren. Und wir können dann digitale FingerabdrĂŒcke erstellen und personalisierte Risikoprofile generieren“, erklĂ€rt er. Die Sensoren ermitteln die QuantitĂ€t und QualitĂ€t der abgeleiteten FlĂŒssigkeiten wie Urin oder Sekreten aus dem Bauchraum, wie sie nach OPs entstehen. Die KI könne Infektionen so frĂŒher finden als bisher möglich. „Die kleinen Patient:innen profitieren von besserer Versorgung, das medizinische Personal von einer Automatisierung aufwendiger RoutineĂŒberwachungen und die Gesellschaft von niedrigeren Kosten.“

Berger studierte Medizin bis 2008 an der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t und beschĂ€ftigt sich seit der Promotion (2009) mit der Interaktion zwischen bösartigen Tumoren und dem Immunsystem. Von 2008 bis 2014 wurde er am Dr. von Haunerschen Kinderspital, MĂŒnchen zum Kinderchirurgen ausgebildet. Danach spezialisierte er sich mit einem einjĂ€hrigen klinischen Fellowship 2014 in Birmingham (Alabama, USA) auf die SchlĂŒssellochmethode im Kindesalter. Dann folgte ein zweijĂ€hriges Fellowship an der Emory University in Atlanta (Georgia) zur Transplantationschirurgie fĂŒr Leber und Niere. 2016 erhielt er den Richard-Drachter-Preis, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Kinderchirurgie.

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